11. Dezember 2017
Klaus Künhaupt zu einem aktuellen Thema:

Jerusalem!


Rechthaberei führt zu nichts. Wie immer. Wer hat Recht? Seit 1966 ist Jerusalem faktisch die Hauptstadt von Israel, international anerkannt wurde das nie. Wer hat jetzt Recht?

 Steht die Al Aksar Moschee an der Stelle, wo schon Abraham beinahe seinen Sohn Isaak geopfert hätte? Und wurde genau dort Jahrhunderte später der erste jüdische Tempel durch Salomo erbaut? Und ging Jesus von Nazareth schon als 12jähriger hier zum Gebet Stieg nochmal 600 Jahre später hier Muhammed zum Himmel auf? Muss darüber erst entschieden werden, bevor Frieden werden kann?

Die Wahrheit ist: Es kann überhaupt nicht entschieden werden. Denn selbst wenn historisch unwiderlegbare Beweise vorgelegt würden, würde die andere Seite behaupten, sie seien gefälscht. Es geht hier nicht um Fakten, es geht um Glauben.

Was tun?

Die Bedeutung für Christen an Jerusalem ist: Hier wurde Gottes Sohn gekreuzigt, weil alle Menschen gleichermaßen im Unrecht sind. Nur aus seiner Gnade, aus seiner Vergebung können wir leben. Nicht weil wir beweisen können, dass wir im Recht sind, sondern weil Gott uns Recht schenkt. Und indem ich anerkenne, dass ich mir Gottes Liebe nur schenken lassen kann, erkenne ich auch an, dass der andere auch beschenkt ist.. Übrigens auch in meinen eigenen Jerusalemfragen: Im Streit mit meinem Nachbarn, meiner Frau, meinem Bruder wegen dem Erbe… Ich meine, das wäre ein Ansatz. Immerhin: Ich sehen einen.

Und dann: Beten, beten, beten. Nein, was besseres fällt mir nicht ein. Aber immerhin fällt mir überhaupt noch was ein.


Klaus Künhaupt Kirchengemeinde Merzig
Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreisverbandes An der Saar und Synodalbeauftragter für den Deutschen Evangelischen Kirchentag im Kirchenkreis Saar-West
Pfarrer Klaus Künhaupt
Am Gaswerk 7
66633 Merzig
Telefon: 06861/ 6295




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