23. Januar 2018

Horst Hörpel, Superintendent des Kirchenkreises Simmern-Trarbach verabschiedet


Es ist sicher nicht übertrieben, vom Ende einer Ära zu sprechen. Horst Hörpel, ist in einem Festgottesdienst in der Stephanskirche in Simmern als Superintendent verabschiedet worden. Er stand seit 2000 an der Spitze des evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach.

„Horst Hörpel war nicht nur ein guter Superintendent, er ist auch ein großartiger Prediger und ein einfühlsamer, demütiger Seelsorger. Die Früchte seines Wirkens können überall wahrgenommen werden“, meinte Manfred Rekowski, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, im Festgottesdienst. Dabei habe ein klarer theologischer Kompass sein Wirken in der Kirche, aber auch in der Gesellschaft bestimmt, so Rekowski, der im Gottesdienst Horst Hörpel von seinem Superintendenten-Amt entpflichtete.

 

Es waren viele emotionale Momente, die den Gottesdienst und die Feier auf dem Schmiedel bestimmten. Vor 34 Jahren war Horst Hörpel auf den Hunsrück gekommen, als junger Pfarrer nach Ohlweiler und Ravengiersburg. 1989 wurde er Jugendpfarrer im Kirchenkreis, bevor die Kreissynode ihn 2000 zum neuen Superintendenten wählte. „Als Pfarrer war und bin ich von der frohen Botschaft Christi überzeugt und wollte dies auch weitergeben. Und als Pfarrer wollte ich auch die Kirche mitgestalten“, meinte Horst Hörpel in seiner Abschiedspredigt. Beides bestimmte seine Arbeit in all den Jahren.

 

Dabei hatte die Botschaft Christi für ihn immer auch eine gesellschaftliche und politische Bedeutung. „Apokalyptische Visionen sind mir fremd. Aber ich will mich auch nicht abfinden mit Hunger, Armut, der Angst vor Atomwaffen. Denn es geht auch um unsere Verantwortung vor Gott“, machte Horst Hörpel deutlich. Daher könnte die Kirche nicht sehenden Auges Untergangsszenarien beiwohnen. „Wir müssen als Christen daran arbeiten, dass es nicht so weit kommt“, so der scheidende Superintendent.

 

Für ihn war es selbstverständlich, sich als Superintendent auch immer wieder gesellschaftlich zu äußern und sich einzumischen. „Ich möchte nicht in einer gnadenlosen Welt leben“, unterstrich Hörpel. Darum sei beispielsweise auch die kirchliche Flüchtlings- und Migrantenarbeit so wichtig. „Gnade ist nicht Zuspruch, sie ist auch Anspruch. Die Gnade Gottes gilt allen. Und das muss wahr werden“, betonte der Superintendent.

 

„Sie hatten als Superintendent immer ein offenes Ohr für alle“, so der Kirchberger VG-Bürgermeister Harald Rosenbaum, der in der Stephanskirche für die Kommunen sprach. Die Kirche spiele, gerade in der Sozial- und Jugendpolitik, eine wichtige Rolle. Dabei habe es auch Konflikte gegeben, „Trotzdem schätzen wir Kommunen die Arbeit der Kirche sehr hoch ein“, unterstrich Rosenbaum und betonte: „Daran hat Horst Hörpel einen großen Anteil daran. Seine Botschaft hat die Menschen überzeugt, weil er glaubwürdig war und man merkte, dass er dazu stand, was er sagte.“

 

Ebenso wichtig wie das gesellschaftliche Engagement der Kirche war für Horst Hörpel aber auch die Ökumene. Der Austausch und der Kontakt mit evangelischen Christen im südlichen Afrika im Partnerkirchenkreis in Botswana ebenso wie das Gespräch zwischen den Konfessionen. „Horst Hörpel war ein überall geschätzter Gesprächspartner“, bekannte Dr. Jochen Wagner (Kirchberg), der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Südwest. Gott suchen und Brücken bauen, das sei sein Anliegen gewesen. Und Ludwig Krag, der Dechant des Dekanates Simmern-Kastellaun, betonte: „Horst Hörpel hat mitgebaut am Fundament der Ökumene.“

 

Viele waren zur Verabschiedung nach Simmern gekommen. Mitglieder der Kirchenleitung, Superintendenten der Nachbarkirchenkreise, ehemalige Mitglieder des Kreissynodalvorstandes, frühere Pfarrer, Mitarbeiter aus der Kirchenverwaltung, den kirchlichen Einrichtungen, Pfarrer, Presbyter, Freunde und Weggefährten. Sie alle drückten ihre große Wertschätzung für den scheidenden Superintendenten aus, ebenso aber auch für seine Frau Heide Schneck-Hörpel, die in all den Jahren ihrem Ehemann an der Seite stand, sich aber auch in vielfältiger Weise im Kirchenkreis engagierte. „Sie hat seinen Dienst immer mitgetragen“, so Präses Manfred Rekowski. Auch ihr wurde mit großem Beifall für ihr Wirken gedankt.

 

1983 nach Ohlweiler gekommen, ist Horst Hörpel der Hunsrück zu einem Stück Heimat geworden. Hier hat er seine Frau geheiratet, hier wuchsen seine Söhne auf, hier sind ihm viele Menschen ans Herz gewachsen. Und Pastor Jochen Wagner sprach aus, was viele dachten: „Wir wissen nicht, wo es für Euch nun hingeht, aber wir wünschen uns, dass ihr auf dem Hunsrück bleibt.“

 

Am 25. Februar wird Horst Hörpel in Ohlweiler als Pfarrer der Trinitatisgemeinde verabschiedet. Der neue Superintendent Hans-Joachim Hermes wird am Sonntag, 18. Februar um 14 Uhr in der evangelischen Kirche in Riesweiler von Präses Manfred Rekowski in sein Amt eingeführt.





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