03. Februar 2018
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

#metoo


Mich hinterlässt die ganze Debatte um Sexismus in Kunst und Kultur ein wenig ratlos. Ich überlege, wo ich mich sexistisch, übergriffig verhalten habe und ich bedenke, was ich wo bewegen könnte, dass aus dieser Welt eine anständigere, eine bessere werden könnte.

Eine Museumsdirektorin in London hat es versucht. Sie hat ein Bild mit badenden (nackten) Nymphen, zu denen sich ein (angezogener) Wanderer herabbeugt, abgehängt und ins Archiv verbannt. Sie möchte Menschen dazu anregen über Sexismus in der Kunst nachzudenken.  

‚Ist das Kunst oder kann das weg?‘ So titelt die SZ den entsprechenden Bericht. Und stellt mir die Frage: Warum schaust Du welches Bild an?

Diese Frage will auch die Museumsdirektorin stellen. Wie oft ist in der Kunst nicht so ganz klar, warum immer wieder nackte Menschen zur Schau gestellt werden. Geht es um Kunst, geht es um Kitsch, geht es um Erotik oder Porno. Ganz deutlich ist das nicht immer. Aber Fakt ist: Würden die Museen alle Bilder mit Nackten wegsperren, wären sie sehr übersichtlich bis leer.

So kann auch in diesem Fall ein einfaches Weglassen sicher keine Probleme lösen, aber Fragen provozieren. Letztendlich vielleicht Menschen dazu bringen, über Strukturen nachzudenken, die Sexismus fördern oder verhindern.  

Aber anfangen muss ich wohl immer bei mir selber. Wie gehe ich um mit Menschen, mit ihren Gefühlen und mit ihrem Körper.

 

Losung für Samstag, den 3.2.2018:

Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! Psalm 36,8

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Hebräer 10,35

 

Im evangelischen Gesangbuch steht ein Gebet (865):

Schöpfer des Lichts, Sonne meines Lebens,

ich danke dir für diesen neuen Tag.

Hilf mir, deinen Willen zu erkennen und zu tun.

Gib mir Kraft für die Aufgaben, die mir gestellt sind …

Gib mir Mut für die Schritte, die ich tun muss …

Gib mir Liebe zu den Menschen, die mir begegnen …

Lass mich erfahren, dass du mir nahe bist in allem, was heute geschieht.

 





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