22. November 2018

Präses Manfred Rekowski predigt am Buß- und Bettag im Trierer Dom


Gegen ein „Weiter so“ in Politik, Gesellschaft und privater Lebensführung hat sich der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, in seiner Predigt über den Bußruf Johannes des Täufers (Lukas 3,1-14) im ökumenischen Gottesdienst am Buß- und Bettag in Trierer Dom ausgesprochen.

Ohne die Bereitschaft, zu konkreten Schritten der Solidarität umzukehren, sei Zukunft nicht zu gewinnen, sagte er. „Jeder kleine Schritt der Umkehr ist besser als große Gedanken, die nicht zum Tun führen“, sagte Rekowski. Die Schwachen zu schützen und den Starken im Interesse des Gemeinwohls sinnvolle Grenzen zu setzen – diese konkreten Forderungen Johannes des Täufers gewönnen Brisanz und Aktualität über das persönliche Leben hinaus, wenn man sie auch an die staatlichen und weltweiten Beziehungen „heranlasse“. „Wir in unserem Land mit einer der stärksten Volkswirtschaften können uns die Freiheit leisten, dem Klimaschutz hohe Priorität einzuräumen. Und wir können zugleich dem betroffenen Arbeitnehmer neue Perspektiven eröffnen. Wir können dazu übergehen, Handelsverträge abzuschließen, die nicht in erster Linie unsere Privilegien sichern, sondern auf Gerechtigkeit basieren“, sagte der Präses.

Bereitschaft zur Umkehr sei aber auch innerhalb der Kirchen geboten, unterstrich Rekowski und verwies dabei auf die Opfer von sexualisierter Gewalt. Eine Kirche, die nicht gegen diese Gewalt einschreite, sei keine Kirche mehr, sagte der rheinische Präses in Trier.

 

Hintergrund:

Den Buß- und Bettag begehen das Bistum Trier und die Evangelische Kirche im Rheinland bereits seit 1961 gemeinsam mit einem ökumenischen Gottesdienst. Er findet abwechselnd in der Konstantin-Basilika und im Trierer Dom statt.





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