03. März 2018
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Tafeln


Da wurde in Essen bei der Tafel eine Entscheidung getroffen, die mit Sicherheit den Mitarbeitenden dort weh getan hat. Das will ich zuallererst ernst nehmen und dann darüber nachdenken.

Da gibt es Menschen, die nehmen die Not von Mitmenschen ernst kümmern sich in der Tafel darum, dass das Vorhandene verteilt wird, lassen sich dabei auch manche Frechheiten gefallen. Vielleicht auch weil sie die Verzweiflung der Menschen spüren.

Und dann spüren sie, dass es in der Schlange vor der Tafel nicht gut läuft. Da mobben Bedürftige Bedürftige weg. Und die, die sich auch sonst nicht so gut wehren können, verlieren die Hoffnung.

Klar gibt es Gründe. Da sind Migranten, die auf ihrem Weg nach Deutschland Schlimmes erlebt haben, die sich wirklich durchboxen mussten, um zu überleben und die meinen, das müsse immer so weitergehen. Und da gibt es auch Missachtung gegenüber Frauen, gegenüber Alten oder Menschen mit Behinderung.

Das kann man trotz all dem nicht einfach laufen lassen, wenn man allen helfen will. Die Essener Tafel hat nun niemanden ausgeschlossen. Sie hat einen Aufnahmestopp für Migrantinnen und Migranten verhängt. Dass sie damit auch die Falschen treffen, ist ihnen sicher bewusst.

Die beste Lösung wäre wahrscheinlich, wenn man die Not abschaffen würde, diesen Skandal, dass es so viele Menschen in Deutschland gibt, die ohne Tafeln nicht mehr leben könnten. Vielleicht müsste man den Menschen in den Jobcentern auch sagen, dass sie nicht jeden, der sich beschwert gleich zur Tafel schicken müssen, nur damit sie ihre Ruhe haben.

Aber dann träfe man genauso die Falschen, wie wenn man auf die Essener Tafel-Mitarbeitenden zeigt.

Der Fehler ist politisch gewollt. Und er hat auch wenig mit Hartz IV zu tun. Er hat viel zu tun mit einer Politik, die wenig von Umverteilung hält, die Arme bewusst arm lässt, weil man den Reichen nicht zu viel Steuern abnehmen darf. Ob es nun zu Neuwahlen kommt oder zur GroKo. Wer das Thema nicht angeht, riskiert ganz andere Problem als dieses, dass eine Tafel Menschen ausgrenzt.

 

Losung für Samstag, den 3.3.2018:

Sobald der HERR zu mir sprach, kam Geist in mich und stellte mich auf meine Füße, und ich hörte den, der zu mir sprach. Hesekiel 2,2

Die Frau spricht zu Jesus: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet. Johannes 4,25-26

 

Im evangelischen Gesangbuch steht ein Gebet (876):

Gott, du schenkst mir in der Mitte des Tages ein paar Minuten der Stille. Die Ruhe tut mir gut. Ich danke dir.

Vor dir denke ich nun an die vielen Unruheherde in dieser Welt, an die Menschen, die leiden, weil sie zum Krieg gezwungen werden, an Mütter und Väter, die ihren Kindern nicht die nötige Nahrung und Bildung geben können.

Ich sehe zum Skelett abgemagerte Kinder und Straßenkinder. Haben wir keine Zukunft für sie? Muss der Gegensatz zwischen Reichen und Armen immer noch schlimmer werden? Zeige uns gerechtere Wirtschaftsstrukturen, Wege zu sozialem Frieden, Möglichkeiten, sinnvoll zu helfen, dass wir lernen, miteinander als deine Kinder, als Brüder und Schwestern zu leben.

 





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