16. Juli 2018

Wer Menschen in Seenot die Hilfe verweigert, verhöhnt europäische Werte


Die Not der Menschen, die vor Krieg und Hunger über das Mittelmeer fliehen, darf nicht aus dem Blick geraten. Dies hat der Vorsitzende der Kammer für Migration und Integration der EKD, der rheinische Präses Manfred Rekowski, vor seiner heutigen Reise nach Malta unterstrichen.

„Menschen in Seenot wissentlich und mit Kalkül die Rettung zu verweigern, ist nicht nur zynisch, sondern verhöhnt alle humanitären Errungenschaften.“ Dass die Schiffe der zivilen Rettungsorganisationen an die Kette gelegt sind und auch das Aufklärungsflugzeug "Moonbird" der Organisation Sea-Watch von Malta aus nicht mehr zu Erkundungsflügen Richtung Libyen aufbrechen darf, ist für den Kammervorsitzenden Ausdruck einer Politik, die den Herausforderungen der globalen Fluchtbewegungen durch Abschottung statt durch vernünftige Lösungen begegnet.

Präses Rekowski wird sich vom 16. bis 18. Juli 2018 auf Malta über die aktuelle Lage der zivilen Seenotrettung informieren und bei einem Flug auch Einblicke in die Aufklärungsarbeit der Moonbird nehmen. Das von der EKD finanziell unterstützte Flugzeug ist bis zum Startverbot an der Rettung von 20.000 Menschen beteiligt gewesen.

Rekowski weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Seenotrettung nach internationalem Recht eine humanitäre Verpflichtung ist. Es sei empörend, dass die Arbeit der zivilen Helferinnen und Helfer als verlängerter Arm von Schlepperbanden diskriminiert werde. Der Präses wörtlich: „Egal, warum die Menschen über das Meer fliehen: Wenn sie unterwegs in Seenot geraten, brauchen sie Hilfe. Das gebietet die Menschlichkeit. Das gebietet die Nächstenliebe. Das gebieten die christlichen Werte, auf die sich viele in Europa berufen.“

Die Facebookseiten der EKD und der Evangelischen Kirche im Rheinland berichten live und der Präses bloggt von seiner Reise. Alle Kanäle sowie Fotos, Berichte und Videos sind unter ekir.de/malta verlinkt bzw. abrufbar.





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