02. Mai 2022

Christinnen und Christen feierten ökumenischen Gottesdienst während der Heilig-Rock-Tage


Gemeinsam haben Christinnen und Christen verschiedener Kirchen im Rahmen der Heilig-Rock-Tage im Trierer Dom einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Die Liebe Gottes bewegt, versöhnt und eint die Welt – mache dich auf“.

Er wurde gestaltet von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in der Region Süd-West in Kooperation mit der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier.

„Ohne Versöhnung leben wir getrennt – unversöhnt und nebeneinander her“, sagte Superintendentin Jutta Walber vom Kirchenkreis Obere Nahe. Im Laufe der Geschichte habe jede Kirche eigene Wege beschritten, sodass eine bunte Vielfalt von Kirchen und Konfessionen entstanden sei. „Dennoch erleben wir immer auch wieder Trennung, die für uns alle auch ein Schmerz ist“, so Walber. Zu Beginn des Gottesdienstes stellten Vertreterinnen und Vertreter der ACK-Mitgliedskirchen die Anfänge der Bewegung ihrer Kirchen vor. „Dadurch wollen wir den Weg der Versöhnung durch Verständnis und Wertschätzung füreinander ebnen“, erklärte Walber.

Angesichts des Krieges in der Ukraine erscheine ihm das ökumenische Anliegen besonders dringlich, sagte der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann in seiner Begrüßung: „Wir können nicht darüber hinwegsehen, dass es dort in den allermeisten Fällen Christen sind, die dort gegeneinander stehen, die aufeinander schießen.“ Es erschrecke ihn, dass es nicht gelungen sei, sich auf eine Osterpause zu verständigen. „Wir beten darum, dass der Glaube in der gesamten Christenheit mehr Wirkung entfalten kann und dass wir uns nicht verschließen und nicht selber immer zurückfallen in eigene Muster, in unsere eigene Position“, sagte er.

In ihrer Predigt ging Oberkirchenrätin Marianne Wagner von der Evangelischen Kirche der Pfalz auf das zuvor gehörte Johannes-Evangelium (Joh 13, 34-35) ein: „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ „Jesus Christus ist das Fundament unserer Kirchen. Wir müssen ihn immer wieder in den Mittelpunkt rücken“, sagte Wagner. Die Heilig-Rock-Tage könnten Impulse dafür geben. „Wir können Zeugen der Liebe Gottes in Christus sein und an dieser Liebe soll man uns erkennen“, rief sie. Wenn Kirchen diese Liebe ausstrahlten, statt zu oft um sich selbst zu kreisen, würden sie attraktiv und Orte des Tröstens, der Ermutigung und der Hoffnung. Noch zu oft gebe es ein Neben- oder gar Gegeneinander der verschiedenen Kirchen. Die Kirchen müssten lernen zu erkennen, dass sie fehlbar und unvollkommen seien und dass sie die anderen Konfessionen bräuchten. Wie Jesus tiefes Mitgefühl für seine Mitmenschen gezeigt habe, müssten Kirchen Mitgefühl für die Bedürfnisse anderer zeigen. Statt häufiger und wortreicher Erklärungen solle das Gebet wirksames Werkzeug der Verkündigung sein. 

Der Gottesdienst wurde gestaltet vom Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann, Superintendentin Jutta Walber (Kirchenkreis Obere Nahe), Oberkirchenrätin Marianne Wagner (Evangelische Kirche der Pfalz), Erzpriester Dr. Georgios Basioudis (Griechisch-Orthodoxe Metropolie Mannheim), Pastor Jürgen Tibusek (Bund Evanelisch-Freikirchlicher Gemeinden), Prof. Walter Euler (Mitglied der Ökumenekommission im Bistum Trier), Dagmar Hees (Bund Freier evangelischer Gemeinden) und Roswitha Hillen (Diözesanvorstand der Katholischen Frauengemeinschaft im Bistum Trier). Musikalisch gestaltete das Vokalensemble der Dommusik unter Leitung von Timo Uhrig den Gottesdienst gemeinsam mit Kantorin Gabriele Kockelmann, Josef Still an der Hauptorgel sowie Ulrich Krupp an der Chororgel.





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