14. März 2020
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Corona schafft mich


Ist es Vernunft – ist es Panik? Ganz sicher bin ich nicht. Aber ich spüre, dass die Epidemie ein neues Denken, ein neues Lebensgefühl einleitet. Schulen und Kitas werden geschlossen, Sportveranstaltungen abgesagt. Wir sollen zwar enger zusammenrücken, aber mindestens einen Meter Abstand halten.

 Und unser Feierabendbier besser aus der Flasche trinken als frisch gezapft, weil die Gläser in meiner Stammkneipe zwar vielleicht Wasser gesehen haben, aber ob da überhaupt Spülmittel drin war – wer weiß das schon. Und Schwimmbäder werden geschlossen, obwohl da das Chlor zur Desinfektion ja schon in der Luft liegt.

Vernunft und Panik liegen oft eng beisammen. Klare Regeln müssen wohl sein, auch wenn der Verstand sagt. Über tausend Leute, die sich gut in einem Fußballstadion verteilen, sind besser als 10 Leute im Aufzug, der für 12 Personen zugelassen ist. Und ob nicht Drogentote, Verkehrstote, Grippetote ähnliche Maßnahmen hätten provozieren müssen, sei dahingestellt.

Auf jeden Fall ist es richtig, dass versucht wird, etwas zu unternehmen, dass die Zahlen der aktuell Infizierten möglichst niedrig bleiben, dass unser Gesundheitssystem nicht vollständig kollabiert.

Aber ich habe große Angst, dass das Auseinanderrücken zur Gewohnheit wird, dass man sich daran gewöhnt, dass Solidarität etwas damit zu tun hat, Abstand zu halten, sich voneinander zu entfernen. Vielleicht gibt es in Zukunft weniger Vereinsamung, aber mehr Menschen, die aus lauter Angst vor Ansteckungen in den sozialen und asozialen Medien versinken.

Wenn Kirchen und Kirchengemeinden Gottesdienste absagen werden sie zu einem Teil dieser Bewegung. Ob das in jedem Fall richtig ist, da habe ich Zweifel. In einem normalen Sonntagsgottesdienst geht es doch eher distanzierter zu, als in der Arena auf Schalke. Vielleicht sollten wir darauf aufbauen.

 

Losung für Samstag, den 14.3.2020:

Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. Psalm 36,10

Wer den Sohn hat, der hat das Leben. 1.Johannes 5,12

 

In Lied 658 im eg heißt es:

1. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun. Gib uns den Mut, voll Glauben, Herr, heute und morgen zu handeln.

2. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun. Gib uns den Mut, voll Liebe, Herr, heute die Wahrheit zu leben.

3. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun. Gib uns den Mut, voll Hoffnung, Herr, heute von vorn zu beginnen.

Text und Melodie: Kurt Rommel (1964) 1969

 





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