22. August 2021
Andrea Lermen zu einem aktuellen Thema:

Das Verschwinden der Frau


In dieser Woche habe ich auf facebook die erschütternde Bildfolge einer iranischen Fotografin entdeckt. „Das Verschwinden der Frau“, hat sie ihr Werk genannt. Darauf sind vor einem schwarzen Hintergrund junge muslimische Frauen zu sehen mit ihren kleinen Töchtern, die eine Puppe bei sich tragen.

Jeweils drei Fotografien sind als Streifen aneinandergereiht. In der ersten Bildreihe halten drei lächelnde Mütter ihre lächelnden kleinen Mädchen auf dem Schoß, sie tragen bunte Kleider, manche ein Kopftuch, das den Haaransatz sehen lässt. Auch die Haare der Kinder sind sichtbar. Schön sehen sie aus. Offen und sympathisch schauen sie in die Kamera.

In der zweiten Reihe sind die Farben verschwunden und mit ihnen das Lächeln aus den Gesichtern. Aus schwarzen Kleidern und schwarzen Kopftüchern schauen ernste und verhärmt wirkende Gesichter. Sehr reduziert fällt mein Blick auf Gesicht und Hände.

Und in der dritten Reihe verschwinden Gestalt und Gesicht unter schwarzer Niqab, Burka und Handschuhen.

So geschieht es, das Verschwinden der Frauen, so wird es angeordnet, vorgeblich im Namen der Religion, gerade auch wieder in Afghanistan. Frauen werden aus der Gesellschaft verdrängt, Mädchen aus den Schulen ausgeschlossen, reduziert auf ihr Dasein im Haus als Mutter und für ihre Familie.

Sie werden eingeschränkt in ihrer Lebensweise und Freiheit, sie werden unsichtbar gemacht. Zugang zu Bildung und Berufsausübung wird Ihnen verwehrt. Dieses Unrecht schreit zum Himmel!

So kann Gott sich das nicht gedacht haben, als Gott Frau und Mann füreinander schuf zum Bilde Gottes und sie segnete. Nein, nichts ist gut, solange Frauen und Mädchen Gerechtigkeit vorenthalten wird. Jesus hat denen, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten verheißen, dass sie satt werden. Und er hat denen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, das Himmelreich verheißen. Meine Gedanken sind in diesen Tagen besonders bei diesen Frauen und Mädchen.

[Redaktioneller Hinweis: Das beigefügte Bild ist ein Symbolbild, nicht das im Text beschriebene Bild bei Facebook. Dieses können Sie hier finden.]





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