08. Mai 2021
Michael Hilka, Pfarrer zu einem aktuellen Thema:

Der Himmel bei uns


Am kommenden Donnerstag ist Feiertag. Und ich meine nicht den Vatertag, sondern Christi Himmelfahrt.
Als ich zuletzt im Kindergarten war, kam ein Junge zu mir und stellte mir eine Frage, die ihn schon ganz lange beschäftigte. Er hatte von dem Fest Christi Himmelfahrt gehört und wollte nun von mir wissen: „Wie ist Jesus in die Luft geflogen?“ Dabei machte er eine schnelle Bewegung mit der Hand, als hebe gerade eine Rakete ab.

Wie sehr erinnerte mich der Kleine an mich selbst früher, als ich noch ein Kind war! Auch ich fragte mich immer, wie die Himmelfahrt denn vonstatten gegangen sei; wie der fliegende Jesus wohl von unten aussah; ob er vielleicht in einer Rakete oder einem Flugzeug saß oder gar auf einer Wolke wie ein Engel schwebte, nur ohne Harfe. Fragen über Fragen.

Heute weiß ich, dass „Himmelfahrt“ nicht wortwörtlich, sondern bildlich zu verstehen ist. Das Fest erinnert vielmehr daran, dass Jesus aus unserer Welt in die Nähe Gottes gerückt ist. Er ist jetzt im „Himmel“, also dem Bereich, der für uns unsichtbar ist. Und er bekommt dort Anteil an göttlichen Eigenschaften wie die, gleichzeitig überall sein zu können. War Jesus davor immer nur an einem Ort, etwa in Kapernaum, Nazareth oder Jerusalem, so kann er seitdem bei seiner ganzen Gemeinde und allen Menschen sein, egal, wo sie sind und leben. Er ist ihr unsichtbarer Begleiter. Und somit ist er auch bei uns im Saarland in unseren Kirchen, in unseren Versammlungen und im Leben eines jeden und einer jeden von uns. Man kann es auch so sagen: Jesus ist uns ganz nah und mit ihm ein Stück des Himmels!

Und das ist der Grund, den kommenden Donnerstag – Christi Himmelfahrt - gerade nicht oder nicht nur als Vatertag mit Bollerwagen und Bier zu begehen, sondern hauptsächlich als Freudenfest mit Gottesdienst in der Kirche oder unter freiem Himmel. Und hinterher können die Männer ja immer noch losziehen …

 

Jesus führte seine Jünger aus der Stadt hinaus
bis nach Betanien.
Dann hob er die Hände und segnete sie.
Noch während er sie segnete,
entfernte er sich von ihnen
und wurde zum Himmel emporgehoben.
Sie fielen zu Boden und beteten ihn an.
Dann kehrten sie voller Freude nach Jerusalem zurück.
Sie verbrachten die ganze Zeit im Tempel
und lobten Gott.

(Lukas 24,50-33, Basisbibel)


Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Michael Hilka, Pfarrer
Vorsitzender des Presbyteriums
66538 Neunkirchen
Telefon: 06821-8530




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