18. April 2020
Michael Hilka, Pfr. zu einem aktuellen Thema:

Der Hirte im finstern Tal


Im Konfirmandenunterricht habe ich damals Psalm 23 auswendig lernen müssen – wie so Viele vor und nach mir. Darauf hatte ich damals keine Lust - wie so Viele vor und nach mir. Heute weiß ich aber, wofür es gut war, denn Psalm 23 hat mir schon oft geholfen.


 

Wir leben in einer Zeit, die Angst macht und verunsichert. Das Coronavirus ist irgendwo da, unsichtbar, und bedroht unsere Gesundheit und - im schlimmsten Fall - unser Leben. Wie tröstlich ist es da, wenn es in Psalm 23 heißt:

„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir.“

Wer auch immer dieses Gebet als erstes gebetet hat, hat eine ganz tolle Erfahrung mit Gott gemacht. Er hat nämlich erlebt, dass Gott auch in schwierigen Zeiten nicht von seiner Seite gewichen ist und ihn durch das finstre Tal geführt hat. Er hat erlebt, dass Gott auch dann bei ihm war, als sein Leben bedroht war. Denn wo Martin Luther in seiner berühmten Bibelübersetzung vom „finsteren Tal“ spricht, da steht im Original: „Tal des Todesschattens“.

 

„Und ob ich schon wanderte
im Tal des Todesschattens,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir.“

 

Gott ist auch im Tal des Todesschattens wie ein Hirte, der seine Schafe leitet, begleitet, beschützt und eine neue grüne Aue und frisches Wasser für sie sucht.

Ich erkenne immer, wenn ich Psalm 23 in schwierigen Situationen bete: Ja, so ist es! Der, der Psalm 23 verfasst hat, hat recht! Ich war zwar noch nicht oft in finsteren Tälern und Tälern des Todesschattens, aber ein paarmal schon. Dass ich da wieder rausgekommen bin, habe ich alleine Gott zu verdanken! Genau deshalb vertraue ich darauf und hoffe, dass es jetzt auch so sein wird.

Mögen Ihnen die Worte des 23. Psalms viel Kraft und Zuversicht schenken - gerade jetzt, wo wir Kraft und Zuversicht brauchen.

Amen.

 

Psalm 23

 

Der HERR ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße

um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,

dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch

im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit

werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben

im Hause des HERRN immerdar.


Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Michael Hilka, Pfr.
Vorsitzender des Presbyteriums
66538 Neunkirchen
Telefon: 06821-8530




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