19. März 2022
Rudolf Renner zu einem aktuellen Thema:

Der Krieg und wir


’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre,
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blass,
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten, und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre,
Nicht schuld daran zu sein!

Dieses Gedicht stammt von Matthias Claudius (1740 – 1815) und ist leider so aktuell wie vor fast 250 Jahren. Und es bezieht eindeutig Stellung: „Ich begehre, nicht schuld daran zu sein“. Jeder Krieg ist ein Verbrechen; und die, die ihn anzetteln, müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

’s ist Krieg – ja, es ist wieder Krieg. Und zwar mitten in Europa. In der Marienschule Saarbrücken haben wir überlegt, was wir tun können und haben ein riesiges Friedenszeichen auf dem Schulhof gebildet, um unsere Haltung und unserer Solidarität zu zeigen.

Ich wünsche Ihnen in diesen aufwühlenden Tagen Halt, Zuversicht und Kraft und Energie, um Geflüchtete bei uns zu unterstützen. Und ich wünsche Ihnen Orte und Menschen, die Ihnen Sicherheit schenken.





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