02. April 2022
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Freiheit


Morgen (Sonntag, 3.4.22) ist also der oft zitierte ‚freedom day‘ auch bei uns angekommen. Wie schön; denn gegen Freiheit haben wir ja nichts.

Vielen Menschen macht diese neue (alte) Freiheit allerdings dann doch etwas Sorgen. Wurde im vergangenen Dezember bei Inzidenzen von um 600 noch von Weihnachtslockdown geredet und vieles abgesagt wird nun bei Inzidenzen um 1500 (fast) alles erlaubt. Ob das so vernünftig ist?

Wie das so ist mit der Freiheit. Sie ist nie absolut. Sie findet immer Grenzen. Es ist letztendlich nur eine Frage der Definition, welche Grenzen ich als Zumutung empfinde und welche als völlig in Ordnung. Und ich muss mir natürlich auch nicht jede Freiheit nehmen, die mir theoretisch zusteht. Manches unterlasse ich schließlich auch aus Gründen des Anstandes und der Rücksichtnahme.

Es ist ja nicht verboten, auch in Zukunft beim Einkaufen eine Maske zu tragen oder im Stadion oder im Kino. Zur Freiheit gehört auch die Verantwortung, die ich trage für mich, für Andere und vor Allem für Schwächere.

Freiheit findet aber auch ihre Grenzen an den Interessen der Allgemeinheit. Und so wird die Maskenpflicht schnell zurückkehren, wenn die Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen überlastet sind.

Von allgemeinem Interesse wäre es auch, sofort Geschwindigkeitsregeln anzupassen (100-80-30), um Energie zu sparen, bevor andere uns den Gas- und Ölhahn zudrehen. Das könnte uns allen der Freiheit näherbringen, die Kriegstreiber in die Schranken zu weisen. Aber das ist wohl nicht gewollt. Die Freiheit, so schnell zu fahren, wie ich will, ist noch immer für manche wertvoller. Aber auch hier gilt: Jeder hat die Freiheit, weniger und langsamer zu fahren.

Freiheit ist wertvoll. Aber etwas damit machen muss ich selber.

 

Losung für Samstag, den 2.4.2022:

Gott ließ das Volk einen Umweg machen, den Weg durch die Wüste zum Schilfmeer. 2.Mose 13,18

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Römer 8,28

 

Im Gesangbuch steht ein Gebet (eg 876):

Gott, du schenkst mir in der Mitte des Tages ein paar Minuten der Stille. Die Ruhe tut mir gut. Ich danke dir.

Vor dir denke ich nun an die vielen Unruheherde in dieser Welt, an die Menschen, die leiden, weil sie zum Krieg gezwungen werden, an Mütter und Väter, die ihren Kindern nicht die nötige Nahrung und Bildung geben können.

Ich sehe zum Skelett abgemagerte Kinder und Straßenkinder. Haben wir keine Zukunft für sie? Muss der Gegensatz zwischen Reichen und Armen immer noch schlimmer werden? Zeige uns gerechtere Wirtschaftsstrukturen, Wege zu sozialem Frieden, Möglichkeiten, sinnvoll zu helfen, dass wir lernen, miteinander als deine Kinder, als Brüder und Schwestern zu leben.

 





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