15. März 2022

„Haltung zeigen“: Internationale Wochen gegen Rassismus gestartet


Unter dem Motto „Haltung zeigen“ sind die Internationalen Wochen gegen Rassismus eröffnet worden. Die von den UN ausgerufenen Wochen enden am 27. März.

„Es geht um Haltung und Zivilcourage von jedem und jeder einzelnen“, sagte die Bundesbeauftragte für Antirassismus, Reem Alabali-Radovan (SPD), in einer digitalen Konferenz. „Wir müssen uns einmischen, wenn Menschen rassistisch angefeindet werden - in Bus, Bahn oder in der Schlange beim Supermarkt.“ Bürgerinnen und Bürger müssten wachsam sein gegen Propaganda, Desinformation und Verschwörungsmythen.

„Wir brauchen einen starken Staat im Kampf gegen Rassismus“, fügte Alabali-Radovan hinzu. „Aber dieser Kampf ist nur gemeinsam mit einer aktiven Zivilgesellschaft und mit starken Partnern zu gewinnen.“ Daran setzten die Internationalen Wochen gegen Rassismus an, sagte der Geschäftsführende Vorstand des Organisators in Deutschland, der Stiftung gegen Rassismus, Jürgen Micksch.

Ziel der Wochen mit ihren mehr als 1.500 Veranstaltungen sei es, „eine neue Haltung gegen Hass und Rassismus zu entwickeln“, hieß es weiter. Mehr als 1.800 religiöse Feiern griffen das Anliegen auf, davon die Freitagsgebete in 1.700 Moscheen. Neun verschiedene Religionsgemeinschaften beteiligten sich.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) rief dazu auf, sich an der „Woche gegen Rassismus“ zu beteiligen. „Nach NSU, Halle und Hanau wissen wir spätestens auch in Deutschland, dass Rassismus tötet und dass Hass und eine Gewaltsprache am Ende in physischen Terror enden“, erklärte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek am Montag zum Beginn der Aktion in Köln. Deshalb sei es wichtig, Haltung zu zeigen und sich jeder Formen der Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzustellen.

Dieses Jahr beteilige sich auch die Bundeswehr mit dem ranghöchsten Soldaten, Generalinspekteur Eberhard Zorn, an den Internationalen Wochen gegen Rassismus, erläuterte Micksch. Erstmals gebe es einen Aktionstag des Sports unter dem Motto „#BewegtGegenRassismus“. Sportler seien Vorbilder, und ein gemeinsam ausgeübter Sport wirke gegen Vorurteile. Der Deutsche Fußball-Bund, die DFL-Stiftung, die Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund und der Sportverein Eintracht Frankfurt als Botschafter hätten Stellungnahmen zu den UN-Wochen abgegeben.

„Wir sind nicht nur gegen Rassismus, wir sind für Frieden und gegen Krieg“, sagte der Präsident von Eintracht Frankfurt, Peter Fischer. Es sei unvorstellbar, was in der Ukraine passiere. Aus Worten entstünden Taten. Im Fall von Rassismus habe dies der Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020 gezeigt. „Wir dürfen nicht zulassen, dass in sozialen Medien solche Biotope entstehen“, sagte er. „Wir gehören nicht dazu, dagegen wehren wir uns, gegen Rassismus gibt es eine ganz klare Haltung.“ 

epd





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