06. August 2022
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Viele Ansprüche


Inflation, Corona Ukraine-Krieg. Schwere Zeiten – der Wocheneinkauf wird teurer, der Urlaub und das Tanken. Manches, was ich bisher immer selbstverständlich fand, kann ich mir nicht mehr leisten. Nun gut, es trifft mich nicht zu schlimm. Schließlich gehöre ich zum Mittelstand, der zwar gut jammern kann, dem es aber in Wirklichkeit an nichts mangelt, was man zum Leben braucht. Da gibt es andere Bevölkerungsgruppen, für die schon eine Mieterhöhung eine Bedrohung darstellt und eine Neuberechnung der Heizkostenpauschale die Frage aufwirft: Wie werden wir satt?

Da gibt es ein großes Aufgabenfeld für die Sozialpolitik.

Aber am Lautesten sind nicht die Armen, die sozial Schwachen. Die brauchen vielleicht ihre ganze Kraft um irgendwie über die Runden zu kommen. Laut werden Andere, die an allen Stellen entlastet werden wollen. Die Fahrtkostenpauschale müsste dringend erhöht werden lautet eine Forderung. Klingt sozial. Aber die profitieren am meisten, die auch viel Steuern bezahlen. Dann lohnt es sich erst, mehr absetzen zu können. GeringverdienerInnen bringt das wenig.

Ähnlich ist es in anderen Bereichen. Aber es gibt keinen Anspruch darauf, dass ich auch in Krisenzeiten mir alles leisten kann, was vorher selbstverständlich war.

Politik muss aufpassen. Und auch ich muss aufpassen. Es geht nicht darum, dass mir geholfen wird. Das würde mir zwar gefallen, aber es würde zu Lasten derer gehen, denen wirklich geholfen werden muss. Den Menschen am Rande, den Geringverdienenden. Denen, die mit Mini-Renten und Mini-Jobs leben müssen. Denen, die auf der Flucht sind, weil uns wirtschaftliche Vorteile immer wichtiger waren als Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft oder auf der Welt.

Was wir brauchen ist eine Ordnung, die besonders auf die Schwachen achtet. Was wir brauchen ist eine Politik der Solidarität, die es nicht erträgt, wenn Menschen nicht wissen, wie sie weiterleben können.

 

Losung für Samstag, den 6.8.2022:

Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben. 5.Mose 4,9

Denk daran, wie du die Botschaft empfangen und gehört hast, bewahre sie und kehre um! Offenbarung 3,3

 

Im Gesangbuch steht ein Gebet zum Urlaub (eg 993):

Herr, wir leben hier – segne uns.

Du schickst uns in die Welt – behüte uns.

Du gibst uns Aufgaben – lass dein Angesicht über uns leuchten.

Wir versagen oft – sei uns gnädig.

Wir fühlen uns oft allein – erheb dein Angesicht auf uns.

Gib uns und der Welt Frieden.





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