29. August 2020
Michael Hilka, Pfr. zu einem aktuellen Thema:

Warten...


Vergangenen Sonntag wurde in der Neunkircher Christuskirche die Fotoausstellungen „Warten“ mit Werken von Irina Schulze eröffnet. Sie zeigt Menschen am Bahnhof, in Hauseingängen oder auf Bänken, die warten.

Der Beobachter oder die Beobachterin fragt sich: Worauf warten sie? Was mag ihnen in diesem Augenblick durch den Kopf gehen? Denken sie etwas? Oder denken sie nichts?

Jeder Mensch weiß, wie es sich anfühlt, auf etwas zu warten.

Sehr oft läuft das Warten allerdings automatisch ab. Wir denken ja nicht bewusst: „Jetzt warte ich am Bus, aufs Essen oder dass der Krimi im Fernsehen anfängt.“ Das geschieht einfach.

Manchmal kann das Warten aber auch zu einem intensiven Erlebnis werden. Wenn ich auf etwas Positives, Schönes warte wie eine Reise oder die Geburt eines Kindes, dann erfüllt es mich mit einer positiven Anspannung. Wenn ich eine schwere Zeit durchmache und beispielsweise beim Arzt sitze, dann wird die Wartezeit unerträglich. Zumal ich dann auch erlebe, dass die Welt sich um mich herum weiterdreht. Die Menschen um mich herum arbeiten, lachen, gehen einkaufen - und bekommen von dem, was in mir vorgeht, nichts mit.

Mit mir selbst aber macht die Wartezeit etwas und sie kann für mich enorm fruchtbar werden. Sie kann zu einer besonderen Zeit werden, in der ich mich mit mir selbst beschäftige, in der ich über mich nachdenke, in der ich Wichtiges von Unwichtigem trenne und in der ich mich auch mit Gott beschäftige. Gerade in dieser besonderen Zeit kommt Gott immer wieder ins Spiel. Gott kommt ins Spiel und mit ihm die Hoffnung, dass alles gut wird.

Dies wird in den Psalmen des Alten Testamentes immer wieder zur Sprache gebracht. In Psalm 27 heißt es:

Harre des Herrn! Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!
(Psalm 27,14)


Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Michael Hilka, Pfr.
Vorsitzender des Presbyteriums
66538 Neunkirchen
Telefon: 06821-8530




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